Die Fossilien von Solnhofen

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Die Fossilien von Solnhofen

Die Fossilien von Solnhofen

Aus den Ablagerungen der urzeitlichen tropischen Insel- und Lagunenlandschaft des Solnhofen-Archipels bildeten sich im Laufe von 150 Millionen Jahren die Fossillagerstätten von Solnhofen, wie wir sie heute kennen. Obwohl der Ursprung des Archipels in Ostbayern lag, verbinden die Menschen heute in aller Welt den Begriff des Plattenkalks mit dem Namen von Solnhofen. Der globale Ruf von Solnhofen begründete sich zweimal durch eine Feder:

Alois Senefelder erfand nicht nur die Lithografie, sondern auch die Stahlfeder, mit der Lithografen auf Solnhofener Natursteinplatten die Fossilien von Solnhofen detailgetreu abbilden konnten, so dass Wissenschaftlern in aller Welt exakte naturwissenschaftliche Studien ermöglicht wurden.
62 Jahre nach Erfindung der Lithografie, als der Solnhofener Stein bereits Weltgeltung hatte, fand ein Steinbrucharbeiter im lithografischen Plattenkalk des Solnhofener Bruchs das Fossil Archaeopteryx, die älteste Vogelfeder der Welt. Als kurze Zeit später bei Langenaltheim der erste zu dieser Feder gehörende Urvogel mit seinen Federn gefunden wurde, stand der Name Archaeopteryx (übersetzt: „Alte Feder“) für den Langenaltheimer Urvogel bereits fest:
Archaeopteryx lithographica H. v. Meyer 1861

Für den Frankfurter Wirbeltierpaläontologen Hermann von Meyer hatte die Lithografie eine derartig herausragende Bedeutung für die Wissenschaft, dass er im Artnamen des Archaeopteryx die Lithografie-Erfindung von Alois Senefelder verewigte.
Archaeopteryx wurde nur zwei Jahre nach Veröffentlichung der Darwin´schen Evolutionstheorie entdeckt. Mit seinen archaischen Reptil- und modernen Vogelmerkmalen wurde Archaeopteryx lithographica als „missing link“ zwischen den Reptilien und Vögeln zum Kronzeugen der Evolution.

Mit der Stahlfeder von Alois Senefelder konnten die Feder und das erste Urvogelfossil auf Solnhofener Stein exakt abgebildet und allen Wissenschaftlern in Form der Lithografie zur Kenntnis gebracht werden. So ging der Aufstieg der Naturwissenschaften ab dem Jahre 1861 mit dem Aufstieg der Lithografie einher.

Der Solnhofener Bruch ist der Entdeckungsort des Archaeopteryx, weil hier die Feder entdeckt wurde,
nach der der Urvogel benannt ist.

Der Name Solnhofen, der bereits durch seinen Stein und die Lithografie Weltruf erlangt hatte, wurde durch Archaeopteryx lithographica zu einem Mythos in der Wissenschaft. Wo immer in der Welt ein Wissenschaftler ein Fossil aus dem Solnhofen-Archipel erhielt, bekam es das Fundort-Etikett „lithographischer Schiefer von Solnhofen“, egal ob es aus Kelheim und Painten im Osten, oder Eichstätt und Daiting im Westen stammte.
Der Name „die Fossilien von Solnhofen“ steht heute für
alle Fossilien aus allen Fossillagerstätten des gesamten Solnhofen-Archipels. Damit ist Solnhofen das weltweit bedeutendste geowissenschaftliche Fundarchiv des Erdmittelalters.

Dr. Martin Röper und Monika Rothgaenger


  

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Gestaltung und Design © Martin Sauter