Die Fossilien von Solnhofen

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Zur Bestimmung von Jungfischen

Zur Bestimmung von Jungfischen

Der Sammler, der seine Fossilien ganz überwiegend selber sucht, wird bei seinen Funden des öfteren mit juvenilen Exemplaren konfrontiert. Dies gilt für Krebse ebenso wie für Fische. Es ist dann immer wieder enttäuschend, wenn die Funde nicht einmal bestimmt werden können. Hier soll nun eine Hilfe für die Unterscheidung von Fischen der Gattung Allothrissops von denen der Gattung Thrissops gegeben werden. Im Speziellen sind die Arten Allothrissops mesogaster und Allothrissops salmoneus sowie die Arten Thrissops formsosus und Thrissops subovatus gemeint.

Möglich wird diese Bestimmung nur durch den Sonderfall, dass bei den genannten Fischarten die Rückenflosse knapp hinter der Analflosse liegt. Bei allen anderen Echten Knochenfischen ist dies nicht der Fall. Aus diesem Grunde scheidet auch die Art Pachythrissops propterus aus. Die Lage der Flossen zueinander ist ein stabiles Merkmal, gilt also auch für die jeweiligen Jungfische.

Wir können uns also nun auf die oben genannten Arten konzentrieren, wobei ich der Einfachheit halber zunächst nur die Gattungen Allothrissops und Thrissops unterscheiden werde. Die Fachliteratur gibt für Allothrissops die folgenden Merkmale an: schlanker Körper, eher längliche Kopfform, kleine Rückenflosse, Rückenflosse nach hinten verlagert, relativ kleine Schwanzflosse, Schwanzflosse mäßig tief gegabelt und Schwanzflosse mit kurzen Lappen. Für Thrissops finden sich die folgenden Angaben: leicht gedrungener Körper, eher kurzer Kopf, spitze Zähne, Rückenflosse klein, Rückenflosse nach hinten verlagert, Schwanzflosse tief gespalten, Schwanzflosse mit langen, schmalen Lappen.

Auf den ersten Blick ist zu sehen, dass sich die Lage und die Größe der Rückenflosse im Wesentlichen nicht unterscheiden, zur Bestimmung also nicht dienen können. Die unterschiedliche Kopfform hilft auch nicht weiter, da Jungfische alle einen im Verhältnis zum Körper eher noch zu großen Kopf haben. Gleiches gilt für die Körperform, welche in diesem Fall bei Jungfischen nicht zur Bestimmung herangezogen werden kann, da die Unterschiede bei ausgewachsenen Tieren nicht groß genug sind. Die Bezahnung ist bei Jungfischen in der Regel auch unter dem Binokular nicht zu erkennen.

Hilfreich zur Bestimmung ist aber die Form und die Länge der Schwanzflosse. Sofern diese gut zu erkennen ist, gibt sie auch bei Jungfischen gute Hinweise zur Bestimmung.

Ein weiteres und wie ich meine sehr sicheres Merkmal zur Unterscheidung von Allothrissops von Thrissops ist sowohl bei ausgewachsenen Fischen wie auch bei Jungfischen die Länge der Schwanzflosse (gemessen von der Schwanzwurzel bis zum Ende der Schwanzflosse) im Verhältnis zum Abstand der Rückenflosse zur Schwanzflosse (gemessen von der Mitte der Rückenflosse bis zur Schwanzwurzel).

Zur Messung standen mir insgesamt acht Exemplare der Gattung Allothrissops zur Verfügung. Zusammengefasst ergibt sich dabei: der Abstand von der Rückenflosse bis zur Schwanzflosse (Schwanzwurzel) ist in allen Fällen länger als die Länge der Schwanzflosse. Im Geringsten erreicht die Schwanzflosse nur 50% dieses Abstandes, der Maximalwert sind 80% dieses Abstandes, der Durchschnitt liegt bei 65%. Bei einem Jungtier ergab sich ein Wert von 76%.

Bei der Gattung Thrissops standen mir sieben Exemplare zur Messung zur Verfügung. Zusammengefasst ergibt sich hier: der Abstand von der Rückenflosse bis zur Schwanzflosse (Schwanzwurzel) ist in keinem Fall länger als die Länge der Schwanzflosse. Im Gegenteil: die Schwanzflosse ist mindestens so lang oder länger als der Abstand der Rückenflosse bis zur Schwanzflosse (Schwanzwurzel). Im Geringsten erreicht die Schwanzflosse 100% dieses Abstandes, der Maximalwert sind 130% dieses Abstandes, der Durchschnitt liegt bei 108%. Bei einem Jungtier ergab sich ein Wert von 107%.

Die Unterschiede zwischen der Gattung Allothrissops und der Gattung Thrissops sind diesbezüglich also signifikant und ausnahmslos aufgetreten.

Norbert Winkler


  

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Gestaltung und Design © Martin Sauter